30.06.2009, 23:45 Uhr | MAZ

BILDUNG: Direktorin Eichelbaum bleibt
Schulamt besteht nicht auf geplanter Versetzung / Gehaltseinstufung strittig

Nachdem, wie berichtet, SPD und Linke die angekündigte Versetzung scharf kritisiert hatten, forderte auch Potsdams Vize-CDU-Chef Steeven Bretz vom Schulamt, darauf zu verzichten. Die Umsetzungspläne erweckten den Anschein, als ob damit „disziplinierende Signale“ an die Potsdamer Lehrerschaft ausgesendet werden sollten, sagte Bretz. Eichelbaum habe stets offen und transparent auch über sozialbedingte Probleme an der Schule berichtet. „Dies erfordert Rückgrat und Mut, denn dabei hat sie sich sicher nicht nur Freunde gemacht“, so Bretz, der die Schulleiterin aus der Arbeit im Bildungsausschuss kennt.
POTSDAM / DREWITZ - Direktorin Elvira Eichelbaum wird die Drewitzer Grundschule „Am Priesterweg“ weiter leiten. Der Chef des Staatlichen Schulamtes, Ulrich Rosenau, sagte gestern der MAZ, die Schulleiterin werde in den nächsten Tagen ihre Versetzungsverfügung nach Falkensee bekommen, fügte aber hinzu: „Ich werde diese Verfügung mit fröhlichem Herzen in den Papierkorb werfen, wenn sie sie mir zusammen mit einem Antrag auf Rückernennung zurückschickt.“ Im Klartext: Eichelbaum kann bleiben, wenn sie einwilligt, entsprechend der aktuellen Schülerzahl eine halbe Besoldungsgruppe tiefer eingestuft zu werden. Der Schritt von der A 14 zur A 13/Z macht rund 250 Euro aus.

„Die Differenz spare ich ja fast, wenn ich keine Fahrtkosten nach Falkensee habe“, sagte Eichelbaum gestern. Sie habe nach dem MAZ-Artikel am Wochenende „viele aufmunternde Anrufe“ bekommen. Zunächst werde sie mit ihrem Anwalt prüfen, ob die Rückstufung berechtigt sei. „Wenn ja, werde ich sie unterschreiben“, sagte die Schulleiterin. Sie bleibe also in jedem Fall, nur seien die Konditionen noch nicht klar.

Nachdem, wie berichtet, SPD und Linke die angekündigte Versetzung scharf kritisiert hatten, forderte auch Potsdams Vize-CDU-Chef Steeven Bretz vom Schulamt, darauf zu verzichten. Die Umsetzungspläne erweckten den Anschein, als ob damit „disziplinierende Signale“ an die Potsdamer Lehrerschaft ausgesendet werden sollten, sagte Bretz. Eichelbaum habe stets offen und transparent auch über sozialbedingte Probleme an der Schule berichtet. „Dies erfordert Rückgrat und Mut, denn dabei hat sie sich sicher nicht nur Freunde gemacht“, so Bretz, der die Schulleiterin aus der Arbeit im Bildungsausschuss kennt.

Rosenau weist den Disziplinierungsvorwurf zurück. „Ich habe Frau Eichelbaum mehrfach persönlich gebeten, die Schule weiter zu leiten, aber sie muss uns dafür die Voraussetzungen schaffen“, sagte er.

Die Rückstufung ist laut Rosenau notwendig, weil die Priesterweg-Schule seit Jahren nicht mehr die Mindestschülerzahl von 360 erreicht, die für die A 14-Einstufung Voraussetzung ist. Das Amt sei daher verpflichtet, der Direktorin die Rückstufung oder die Versetzung an eine der Besoldungsgruppe entsprechende Schule anzubieten. Zurzeit lernen Am Priesterweg 338 Kinder. (Von Volkmar Klein)