24.02.2020, 10:25 Uhr

Schlösserstiftung will Badeverbot im Potsdamer Weltkulturerbe durchsetzen
PNN (Quelle: pnn.de)

Zunächst geht es der Stiftung um den Park Babelsberg. Am Freitagabend wurde dazu bei einer Informationsveranstaltung für Anwohner mit Vertretern der Stadt und der Stiftung wieder heftig diskutiert. Die Positionen von Anwohnern und Stiftung scheinen unvereinbar.

Sicher, der Reiz ist groß. Baden in schöner Umgebung, Natur, Kultur ringsherum und das Ganze zum Nulltarif. Dumm nur, dass die wild genutzten Badestellen im Park Babelsberg Bestandteil des Weltkulturerbes sind. An die Verleihung dieses Titels knüpft die Unesco eine entscheidende Bedingung: Da es sich um das Erbe der gesamten Menschheit handelt, besteht für die handelnden Personen vor Ort – in diesem Fall die Schlösserstiftung – die Verpflichtung, dieses Erbe auch für die gesamte Menschheit zu bewahren.

Es mag aus Anwohnersicht misslich sein, wenn zum Baden einladende Landschaften nicht zu ebensolchem Tun genutzt werden dürfen. Dass das in Babelsberg bislang trotzdem geschehen durfte, ist ein Zugeständnis der Stiftung gewesen. Es wäre fatal, daraus ein Gewohnheitsrecht abzuleiten, denn die Folgen dieser ungezügelten Erholungssuche sind seit Jahren unübersehbar: niedergetrampelte Uferzonen und Wiesen, überquellende Abfalleimer, überall verstreuter Müll.

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