28.09.2009, 16:50 Uhr

28.09.09 | MAZ
LANDTAGSWAHL: Scharfenberg gewinnt Prestigeduell

SPD bleibt stärkste Partei / Direktmandat für Klara Geywitz / Zuwachs bei FDP und Grünen
Die SPD ist nach dem vorläufigen Endergebnis auch in Potsdam stärkste Partei bei den Wahlen zum brandenburgischen Landtag geworden. Mit 34,8 Prozent der Zweitstimmen verweist sie die Linke (28,7 Prozent) und die CDU (13,9 Prozent) auf die Plätze.
Alle drei Parteien im Spitzentrio haben gegenüber der Wahl von 2004 leichte Verluste hinnehmen müssen. Zugleich sorgen auch die Potsdamer Wähler dafür, dass die Liberalen und die Bündnisgrünen nach 15 Jahren Abstinenz wieder ins Landesparlament einziehen können. Die Grünen legen um 3,2 auf 10,9 Prozent zu, die FDP kommt auf 6,6 Prozent (plus 4). Das Prestigeduell um das Direktmandat im Wahlkreis 22 gewinnt Hans-Jürgen Scharfenberg von den Linken. Er hatte den Potsdamer Süden mit seinen Plattenbaugebieten vor fünf Jahren knapp an Matthias Platzeck abgegeben müssen, der diesmal in der Uckermark antrat. Scharfenberg holt den Wahlkreis gegen den Potsdamer SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Mike Schubert mit deutlichem Vorsprung zurück. Schubert hat keine Chance, über die Liste seiner Partei in den Landtag zu ziehen. Er gratulierte Scharfenberg zu dessen Erfolg und nannte sein eigenes Abschneiden „respektabel“. „Ich gehe nicht in Sack und Asche, es wird mich weiter in der Potsdamer Politik geben.“ Im Wahlkreis 21 gelang es der SPD mit Klara Geywitz, das Direktmandat gegen die Linken-Politikerin Anita Tack zu behaupten. Tack bekommt dank ihres Listenplatzes erneut ein Landtagsmandat, über die Liste ziehen auch Grünen-Direktkandidatin Marie Luise von Halem und Steeven Bretz (CDU) ins Parlament ein. Dagegen muss sich der Christdemokrat Wieland Niekisch aus dem Landtag verabschieden. Die Freien Wähler kommen auf 1,1 Prozent, die rechtextremen Parteien NPD und DVU erreichen nur 1,1 beziehungsweise 1,3 Prozent.
Die Wahlbeteiligung in der Landeshauptstadt lag wegen der Kopplung mit der Bundestagswahl mit 72,7 Prozent um fast zehn Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren. (Von Volkmar Klein)