GRIEBNITZSEE: In zwei Wochen Klarheit zu Stegbau Wasserstraßenamt prüft Anträge/ Turbine-Trainer Schröder an Spitze des Bürgerbegehrens
Stege könnten „höchstens ein Provisorium“ sein, auch ein Wassertaxi sei keine Lösung, sagte Scharfenberg. Die FDP schlägt ein Taxi-Boot vor, um „die historische Uferregion Griebnitzsee auch am Südufer“ erlebbar zu machen. Dagegen begrüßt der CDU-Vizekreisvorsitzende Steeven Bretz den Plan zum Stegebau, weil Jakobs damit „vergebenen Handlungsspielraum zurückgewinnt“
POTSDAM / BABELSBERG - Turbine-Cheftrainer Bernd Schröder ist Mitinitiator des Bürgerbegehrens für ein freies Griebnitzseeufer, das Die Linke morgen gegen 11 Uhr mit einer Unterschriftensammlung auf dem Luisenplatz starten will. Damit soll der Oberbürgermeister „Wind in die Segel“ bekommen, falls ihm nur noch das Mittel der Enteignung bleibt, um den derzeit gesperrten Uferweg wieder frei zu bekommen, begründet Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg den Vorstoß. Neben Damenfußballtrainer Schröder hat er Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer und Defa-Regisseur Roland Oehme für die Kampagne gewonnen. Walter Raffauf von der Initiative „Griebnitzsee für Alle“ wird am 1.Mai mit Scharfenberg Unterschrifen sammeln.
Oberbürgermeister Jann Jakobs arbeitet inzwischen an Verhandlungsoptionen. In zwei Wochen erwarte er eine Antwort des Wasserstraßenamtes, ob der Bau von Stegen vor den gesperrten Grundstücken möglich wäre, sagte er gestern der MAZ. „Dem Amt liegen dafür prüffähige Unterlagen vor“, so Jakobs. Die Stegeoption bleibe aber in den Schubladen, so lange noch über Kompromisse verhandelt werde. Es gehe nicht, wie von Zeitungen kolportiert, um „kilometerlange Anlagen“, sondern um die Möglichkeit, einzelne Grundstücke zeitweilig über das Wasser zu umgehen, bis als Ultima Ratio enteignet würde. Anderenfalls wären die Stege nicht bezahlbar, sagte Jakobs.
Obwohl der Oberbürgermeister durch ein erfolgreiches Bürgerbegehren öffentliche Rückendeckung bekommen würde, ist er skeptisch: „Was da gefordert wird, ist eigentlich längst beschlossen“, sagte er. Tatsächlich hat er bereits seit einem Jahr den Auftrag, als letztes Mittel Enteignungen jener Seeanrainer einzuleiten, mit denen es keine Einigung gibt (siehe Info-Kasten). Linken-Kreischef Günther Waschkuhn sieht in dem Bürgerbegehren daher auch eher „ein Zeichen gegen die drohende Resignation in der Bevölkerung“.
Stege könnten „höchstens ein Provisorium“ sein, auch ein Wassertaxi sei keine Lösung, sagte Scharfenberg. Die FDP schlägt ein Taxi-Boot vor, um „die historische Uferregion Griebnitzsee auch am Südufer“ erlebbar zu machen. Dagegen begrüßt der CDU-Vizekreisvorsitzende Steeven Bretz den Plan zum Stegebau, weil Jakobs damit „vergebenen Handlungsspielraum zurückgewinnt“. (Von Ricarda Nowak und Volkmar Klein)
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